15.02.2014, von Michael Sehn (THW Riegelsberg)

Vorsicht! Holz unter Spannung!

„Weiterbefähigung Motorsägenausbildung Modul C“ ist die offizielle Bezeichnung des Lehrgangs, bei welchem THW-Helfer die Grundlagen erlernen, Bäume zu fällen. Michael Sehn vom THW Riegelsberg berichtet hier von seiner Teilnahme an dem Lehrgang.

Fotos. Michael Sehn (THW Riegelsberg)

Die „THW-Dienstvorschrift 423 – Nutzung von Motorkettensägen“ (in Kraft. seit 01. Mai 2013) ist die Grundlage für die Bereichsausbildung „Bediener/-in Motorsägen Modul C“. Im Geschäftsführerbereich Saarbrücken fand die entsprechende Ausbildung an zwei Wochenenden beim THW Völklingen statt. Neben mir nahmen noch 6 THW-Helferinnen und Helfer aus den Ortsverbänden Saarbrücken, Illingen und Riegelsberg sowie drei Externe teil. Die Ausbilder stellten der OV Völklingen und Illingen.

Am Anfang stand die Theorie

Brustschneide, Zahnfuß, Vorhänger und Halteband? Das waren für mich bis heute alles böhmische Dörfer! Dank der theoretischen Ausbildung am ersten Tag wurden nicht nur meine Kenntnisse der Technik der Motorsäge, Verwendung und Art der Betriebsstoffe, verschiedene Arten von Ketten, Wartung und Reparatur aufgefrischt sondern auch Wissenslücken geschlossen und ein erster Eindruck der Gefahren beim Umgang mit der Motorsäge und bei verschiedenen Schneidtechniken unter den unterschiedlichsten Vorgaben vermittelt. Besonderes Augenmerk wurde auf die Unfallverhütung gelegt; angefangen bei der persönlichen Schutzausrüstung bis zum Ruf „Achtung“ vor dem Fällschnitt.

Praktische Übungen am toten Holz

Der folgende Lehrgangstag begann mit dem Üben des Schneidens von Fällkerben und Fällschnitten. Dann ging es weiter zum Biegesimulator. Dessen Hydraulik simuliert an eingespannten Stämmen alle möglichen Arten von Spannungen, unter denen Stämme stehen können. Die dort geübten Schnitte waren für mich besonders beeindruckend.

Hier wurde der Grundstein gelegt für meinen Respekt vor Holz, das unter Spannung steht. Von wegen tot! Selbst bei fachgerecht ausgeführten Schnitten können Stämme mit ungeheurer Wucht hoch- oder zur Seite schnellen, wenn sich die gesamte Kraft, die in einem verdrehten oder sonst wie unter Spannung stehendem Stamm oder Ast verborgen ist auf einen Schlag mit ungeheurer und lebensgefährlicher Wucht entlädt. Nachdem ich alle Übungen unfallfrei unter Beobachtung und mit Hilfe der Ausbilder absolviert hatte, gab es eine ordentliche Stärkung in Form eines Mittagessens ehe es in die Werkstatt ging. Dort wurden die Motorsägen gereinigt und überprüft, die Ketten geschärft und die Betriebsstoffe aufgefüllt. Das alles waren die Vorbereitungen für den Ernstfall, der am dritten Ausbildungstag geübt wurde.

Auf in den Wald

Am übernächsten Samstag, dem 15. Februar ging es dann zur Sache. Von der Forstverwaltung waren in Völklingen - Heidstock Dutzende Bäume gekennzeichnet worden, die gefällt werden konnten. Bei leichtem Nieselwetter gingen wir zehn „Auszubildenden“, aufgeteilt in kleine Gruppen an die Arbeit. Jeder Teilnehmer konnte an mindestens zwei Bäumen sowohl die erlernte Theorie was Baumansprache, Anlegen des Fällschnitts und Unfallverhütung betraf unter fachkundiger Anleitung unserer THW-Ausbilder erproben. Vom Fällen bis zum Entasten wurde alles geübt. Gegen 13 Uhr räumten wir unser Werkzeug zusammen und traten den Rückweg in die Unterkunft des OV Völklingen an. Mit einem ordentlichen Mittagessen stärkten wir uns für die anschließende theoretische Prüfung. Bei einer durchschnittlichen Fehleranzahl von 1 je Teilnehmer/in war es keine Frage, dass wir alle bestanden hatten und unseren Motorsägenschein samt Urkunde in Empfang nehmen konnten und unsere Ortsverbände jetzt als „Bediener/in Motorkettensäge“ unterstützen.

Mein Fazit der Ausbildung lautet:

Wichtig ist im Ernstfall ohne Angst, aber mit Respekt  vor der Natur und ihren oft nicht einfach zu erkennenden Kräften an die Arbeit zu gehen. Dazu gehört auch die Einsicht, dass es Einsatzlagen gibt, in denen der Bediener/in Motorkettensäge die Entscheidung trifft nicht an die Arbeit zu gehen und nach Alternativen gesucht werden muss.

Und:

Es sollte nicht vergessen werden, dass nur Übung den Meister macht. Dazu gehören auch eine jährliche Unterweisung und die Möglichkeit die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten im OV anzuwenden und zu festigen.


  • Fotos. Michael Sehn (THW Riegelsberg)

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